Interessantes tut sich im Hause RapidShare. Erst liefert Rapidshare Unmgenen von Filmtrailern von Warner Bros. aus. Dann spielt mein Kinderstar Mola Adebisi den Umdenk-Evangelisten. Kurze Zeit später beteiligt sich eine Rapidshare-Tochter an einem SocialMedia Startup und jetzt will Rapidshare Piraten in zahlende Konsumenten verwandeln. Wie aus einem gerade veröffentlichen Beitrag von Torrentfreak (englisch) (oder dt. Übersetzung) hervorgeht, ist Rapidshare offenbar bestrebt, massiv gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Dies betrifft nicht nur die Sperrung von Nutzern, welche das urheberrechtlich geschützte Material hochgeladen haben, sondern auch das vorgehen gegen Konkurrenten, die nicht gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen.
Gleichzeitig sollen Nutzer, die versuchen eine urheberrechtlich geschützte Datei herunterzuladen auf ein Portal weitergeleitet werden, welches die Inhalte in einer kostenpflichtigen aber lizensierten Version enthält. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage nach dem Vorgehen gegenüber anderen Filehostern, die kriminelle Aktivitäten unterstützten [Verfahren gegen diese Konkurrenten in Gang setzen, die absichtlich Kriminelle Aktvitäten unterstützen..]. Laut Torrentfreak sind mit “kriminellen Aktivitäten” offenbar solche gemeint, mit denen RapidShare nach landläufiger Meinung groß geworden ist.
Wie bereits erwähnt hat RapidShare bereits eine Content-Kooperation mit Warner Bros. und würde diese gerne auf die Inhalte anderer Studios ausweiten. “Zur Zeit leiten wir Nutzer auf eine Internetseite weiter, auf der sie Werbemittel zu dem Inhalt sehen können. Obwohl diese Seite nur Werbemittel enthält, kann sie bereits über 250.000 Nutzer pro Tag für sich verzeichnen.” Ob diese Content-Kooperation im Zusammenhang mit der von Torrenfreak erwähnten Kooperation mit der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) zusammenhängt, lässt sich nicht sagen. Alles was sich dazu herausfinden lässt ist, dass es offenbar Menschen gibt die sowohl für Warner, als auch die GVU an leitender Stelle tätig sind.
“Wir sind bereit erheblich in diesen Online-Shop zu investieren und würden uns freuen, uns mit der Unterhaltungsindustrie über RapidShare zu unterhalten, und zwar nicht als Gefahr sondern als Möglichkeit um Ihre Produkte zu verkaufen. Mein Unternehmen hat mehrere Millionen Nutzer pro Tag. Ich bin mir sicher, dass ein signifikanter Anteil dieser Nutzer bereit ist die Filme Ihres Unternehmens zu kaufen” Aha – man will also signifikant investieren. Schön und gut, es ist allerdings eher davon auszugehen, dass dieser Plan nach hinten losgeht. Offenbar wird hier die Idotie der Filminstrie unter- und die eigene Position überschätzt.
Weder die Film, noch die Musikindustrie haben derzeit ein Interesse an digitaler Content-Distribution. Schon gar nicht zu anständigen Preisen. RapidShare ist der Industrie schon seit langem ein Dorn im Auge, was sich auch in Zahlreichen Klagen wiederspiegelt. Insofern ist das Bekanntwerden des Anliegens von hoher Brisanz für Rapidshare. Es darf durchaus gemutmaßt werden, dass die Empfänger der Nachricht von RapidShare aus strategischen Gründen eine solche Partnerschaft ablehnen würden. Die nunmehr öffentlich zur Verfügung stehenden Fakten könnten entweder von RapidShare selbst oder von den Empfängern forciert worden sein. Eigentlich wird damit die Position von Rapidshare geschwächt:
Insbesondere der letzte Punkt ist aber auch für die Rechteinhaber von Nachteil. Denn es ist verhältnismäßig leicht einem einzigen Anbieter zu schaden. Plötzlich hätte man es mit hunderten oder tausenden zu tun.
Mir liegen zwar keine Informationen darüber vor, wie sich Rapidshare die Content-Kooperation vorstellt. Eines jedoch ist sicher: ein weiteres Maxdome oder Musicload brauchen wir nicht und auf radikal neue Modelle werden sich die Industrievertreter vermutlich nicht einlassen.
Weitere Beiträge zum Thema: Urheberrechtsdiskurs Teil III – Cyberlocker Services
Aha. Ich lade also mal das neuste Programm hoch, oder die neueste DVD, zahle dann dafür dass ich hochlade, und damit ist das dann legal? oder wie? oder was?
Und das sollen die ursprünglichen Rechteinhaber mitmachen?
Sicher sicher…