Realitätsverluste – Oder das Gefühl des “Always On”

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Realitätsverluste – Oder das Gefühl des “Always On”

Realitätsverluste – Oder das Gefühl des “Always On”

“Das Internet ist nicht nur Medium. Es ist das überlegene Werkzeug, mit dem sich alle anderen Aspekte des Lebens organisieren, steuern und vereinfachen lassen. Wer dies erkannt hat, sieht das Netz nicht mehr als etwas Losgelöstes von der Realität, wie es häufig von Vertretern traditioneller Denkweisen gemacht wird. Es ist essentieller Teil des Lebens. Es ist globales Kommunikations-, Planungs, Wissens- und Unterhaltungs-Tool in einem.” – Diese und andere wirklich wichtige Sätze findet man gerade bei Netzwertig.

Vielleicht kann man mit dem Netz nicht alle aspekte des Lebens vereinfachen. Möglicherweise stimmt auch die Aussagen einiger Kollegen, die vorgefundenen Informationen seien überwiegend “Flach, viele unwahr, sensationslüstern, oder überflüssig.”

Das ist genauso wahr. Ebenso wahr ist, dass man im Netz viel abscheuliches findet. Aber das ist auch im “wirklichen Leben” so. Die Frage die mich beschäftigt ist: was ist denn das wirkliche Leben? Wie Martin richtig anmerkt handelt es sich beim Netz um einen wichtigen und extrem hilfreichen Bestandteil desselben. In diesem Zusammenhang hört man in letzter Zeit häufiger, wir seien Sklaven des Internet, Sklaven unserer Chefs die uns seit neuesten auf unseren Google Telefonen und iPhones 24 Stunden täglich nerven können. Fakt ist: wir haben keinen Chef. Und ja: wir mögen “das Gefühl des always on”.

Verliere ich deswegen gleich den Bezug zur Realität? Nur, weil ich, wie meine Eltern sagen würden, viel zu viel Zeit im Netz verbringe? Entschuldigt mal, ich verdiene mein Geld damit. Zu allem Überfluss mit etwas das mir eine Menge Spaß bereitet. Das ist bei meinen Eltern etwas anders. Die schuften den ganzen Tag an einem Schreibtisch den sie nicht leiden können.

Und wieder: Martin hat recht. Auch in dem Punkt, dass das “always on” um sich greift. Immer mehr Menschen betrachten die Netzkultur eben auch als Kultur, als Bestendandteil ihres Lebens. Zudem noch als sehr wertvollen Bestandteil: Als Arbeitswerkzeug, als Bühne, als Spielzeug, oder für alles zu gleich.

Das muss man jetzt nicht politisch betrachten, aber diese Art zu leben hat durchaus etwas mit dem Erfolg der Piraten zu tun. Und ich glaube, dass sie sich noch weiterentwickeln wird. Die Informationsgesellschaft interessiert sich nicht für die Frage nach dem Arm oder Reich. Vielmehr wird sich in Zukunft die Frage stellen: Bist du Online? Und wenn ja: Kannst Du das Netz und all seine Möglichkeiten zu deinem Vorteil nutzen?

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