Oracle kauft Sun Microsystems

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Oracle kauft Sun Microsystems

Oracle kauft Sun Microsystems

Vor einigen Wochen brodelte bereits die Gerüchteküche darüber, dass IBM den Serverhersteller Sun Microsystems übernehmen könnte. Offenbar sind die Verhandlungen gescheitert, denn gestern verkündete überraschend Oracle die Übernahme von Sun zum Preis von 7,4Millarden $. Zwischenzeitlich wurden Dell und der gerade in den Computermarkt eingestiegene Netzwerkausrüster Cisco Systems als Kaufinteressenten genannt.

Die Aktien von Sun sprangen nach der Bekanntgabe des Milliardenkaufs vorbörslich um über 37 Prozent in die Höhe bis auf 9,17 Dollar. Die Oracle-Aktie gaben dagegen 4 Prozent nach.

Oracle erwartet, dass die Übernahme im ersten Jahr 1,5 Milliarden US-Dollar zum operativen Gewinn beiträgt und mehr als 2 Milliarden Dollar im zweiten Jahr, sagte Oracle-President Safra Catz nach Bekanntgabe des Milliardengeschäfts in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Sun´s Kronjuwelen – Java, MySql, Solaris und die Sparc-Plattform

Die High-End-Server von Sun gehören zu den besten der Welt und mit Solaris hat man ein stabiles und bewährtes Server-Betriebssystem geschaffen. Beides kommt Oracle zugute, denn damit wird das Softwarehaus zu einem der wenigen Anbieter voll integrierter Serverlösungen. Von der Hardware über das Betriebssystem bis zu den Softwarekomponenten kann nun alles aus einer Hand angeboten werden. Ein derartiges Leistungsspektrum war bisher nur IBM vorbehalten und hier wird sicherlich auch einer der Gründe dafür liegen, dass IBM den Deal zum schluss doch hat platzen lassen:

Es gibt zu viele Überschneidungen. Es liegt nicht im interesse von IBM mit sich selbst im Datenbank- und Servermarkt zu konkurrieren.

Aufgrund dieses Versäumnisses ist Oracle jetzt auf einen schlag der viertgrößte Serverhersteller der Welt und baut seine Stellung gegenüber SAP weiter aus, welche diesen Deal wohl mit Besorgnis zur Kenntnis genommen haben dürften. Geschichtsträchtig dürfte auch sein, dass IBM einen direkten Konkurrenten erhält.

MySQL soll Oracles Portfolio an Datenbankprodukten ergänzen. Zu diesen zählen die Oracle Database 11g, TimesTen, die Open-Source-Datenbank Berkeley DB sowie die MySQL-Storage-Engine InnoDB. Sun hatte MySQL vor wenigen Monaten für knapp 1 Milliarde US-Dollar gekauft.

Die Ankündigung der Übernahme durch Oracle kommt pünktlich zum Start von Suns MySQL Conference & Expo, die gestern in Santa Clara begann. Ein strategisch durchaus geschickter Schachzug. Den vielerorts ist die Sorge groß, dass Oracle den Deal abgeschlossen hat um MySql als Konkurrenten im LowLevel-Datenbankbereich aus dem Weg zu Räumen. Man wird zeigen wollen, dass das mitnichten der Fall ist. Schließlich kommt die einzige ernstzunehmende MySql-Storage-Engine, InnoDB, selbst aus dem Hause Oracle. Allerdings hat genau dieser Umstand in der Vergangenheit häufiger mal für lizenzrechtliche Bedenken gesorgt.

Auch Microsoft dürfte die nächsten Schritte von Oracle genau beobachten, denn immerhin war Sun bisher hauptsponsor von OpenOffice und damit zumindest im Consumer Bereich bereich erfolgreich.

Doch der wichtigste Bestandteil ist und bleibt die wohl bekannteste und am meisten verbreitete Programmiersprache der Welt: Java. Oracle erhält auf einen Schlag Zugriff auf eine der größten und innovationsstärksten Communities der Softwarebranche. Das das der Verbreitung der eigenen Produkte und insbesondere der in der Vergangenheit recht agressiv vertriebenen Support-Leistungen nicht abträglich sein wird liegt auf der Hand. Darüber hinaus basiert Oracles Hauseigene Middleware-Lösung Fusion selbst auf der Java Plattform. Hier wird sich die Vorherrschaft in der Java-Welt möglichweise als nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil erweisen.

Orcales Pressemeldung

Diskussion

Ein Kommentar zu “Oracle kauft Sun Microsystems”

  1. [...] tun. Die Seite liefert recht aufschlussreiche Ergebnisse. Beispielsweise darüber, dass Oracle normalerweise zwischen 300 und 400 Mal am Tag aufgerufen wird. Am 20.04.2009 aber über 4000 Zugriffe erreichte. Warum das ist, habe ich gestern dargelegt. [...]

    Posted by buildblog | Wikipedia in Zahlen | April 22, 2009, 17:11

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