Von mir ist einiges bekannt. Unter anderem, dass ich auf Werte wie freie Meinungsäußerung und freie Kultur stehe. Eines der bedeutendsten menschlichen Kulturgüter ist bekanntermaßen die Musik. Und eine der bekanntesten Verbreitungsquellen für Musik ist das Videoportal Youtube. Dies wird hierzulande bald der Vergangenheit angehören, denn das verfügbare Musikrepertoire schrumpft augenblicklich für Deutschland stündlich zusammen. Denn aufgrund gescheiterter Verhandlungen mit der “Gema” ist Youtube augenblicklich damit beschäftigt alle offiziellen Musikvideos von EMI, Universal, Sony und einiger kleinerer Labels zumindest hierzulande nicht mehr zugänglich zu machen. Warner Music hat bereits letze Woche begonnen seine Inhalte (Madonna, Red Hot Chili Peppers, R.E.M.) global von Youtube zu entfernen.
Die Frage ist: warum sind diese Verhandlungen gescheitert? Nun: die Gema verlangte nach einer Übergangsfrist von einem Monat pro angesehenem Musikvideo 12,78ct von Youtube. Das ist schlicht nicht finanzierbar. In Großbrittanien, wo die Verwertungsgesellschaft “PRS for Music” die Verwertungsrechte der Künstler überwacht einigte sich Youtube auf einen Betrag von 0,2ct pro gestreamten Musikvideo. Der von der Gema angestrebte Preis würde im Klartext bedeuten: wenn ich mir bei Youtube in beschissener Qualität ein Lied 10 Mal anhöre, wäre das für Youtube teurer, als wenn ich den Song in anständiger Qualität bei iTunes gekauft hätte.
Was ist passiert mit den Videos deutscher Künstler auf Youtube in England?
Diese sind dort selbstverständlich verfügbar. Um das zu begreifen muss man sich ein bisschen mit den Interna der Musikindustrie befassen. Dabei findet man folgendes heraus: Es gibt Weltweit etwa 300 Verwertungsgesellschaften. Diese haben alle miteinander Verträge die besagen, dass jede Verwertungsgesellschaft die Rechte eines Künstlers jeder anderen Verwertungsgesellschaft regional betreut. Das heißt im Klartext: In Deutschland ist die “Gema” für die Rechte der Künstler aller anderen Verwertungsgesellschaften zuständig. In England ist “PRS for Music” in den Niederlanden “Buma-Stemra”, usw. Die einzelnen Verwertungsgesellschaften haben nun in Ihrer Region die volle Vertragsfreiheit mit den regionalen Musikanbietern, wie Radio, Musikfernsehen etc.
Problemfall Internet
Bei den Wiedergaberechten kommt es dummerweise nicht darauf an wo der Anbieter, also Youtube, ansässig ist, sondern von welchem Ort die Musik zugänglich ist. Das bedeutet im Falle einer Internetplattform: Global. Die Folgen für Youtube: es müssen mit jeder Verwertungsgesellschaft einzeln Verträge geschlossen werden. Dank der Vertragsfreiheit können daher auch die Kosten in jedem Land variieren. Aufgrund dieser Probleme kommt es in letzer Zeit häufiger vor, dass bestimmte Internetangebote nur aus bestimmten Ländern oder Regionen verfügbar sind.
Gelegentlich fragt man sich ob die Leute bei den Verwertungsgesellschaften und Labels nichts besseres zu tun haben als ihren eigenen Job zu retten. Noch vor zwei Jahren verkündete Warner Vize Alex Zubillaga stolz: “Es ist für uns viel besser, innovativ zu sein, und dieses Phänomen zu stärken, anstatt zu versuchen, es aufzuhalten.” Da hat der man wohl recht. Offenbar gilt hier aber nun: First in first out. Nachdem Warner als erstes großes Label seine Archive für Youtube geöffnet hatte, lautet die Devise nun: “Wir können keine Bedingungen akzeptieren, die die Musikproduzenten nicht angemessen für ihre Arbeit entschädigen.”
Unfug.
Natürlich wurden die Künstler entschädigt. Warner hat einen prozentualen Anteil an den Werbeerlösen von Youtube erhalten. Nichts anderes passiert im Radio auch. Man könnte sogar mutmaßen, dass bei den Bezahlungsmodellen, die z.B. in Großbrittanien funktionieren, der Künstler erheblich mehr verdient als beim Verkauf einer CD. Denn: Wenn ich mir 100 Mal einen Song anhöre, zahlt Youtube 100 Mal dafür. Kaufe ich mir eine CD bezahle ich einmal für unendliches hören. Allein Warner hat im vergangenen Jahr ca. 100Mio. $ durch die Bereitstellung von Internetvideos verdient. Der großteil kam vermutlich von Youtube. Problem: das reicht nicht.
Denn laut insiderinformationen macht der gesamte Online-Musikmarkt derzeit nur 2% der Umsätze der Musikindustrie aus. Während die CD-Verkäufe exponentiell Fallen, wächst der Online Musikmarkt nur Linear. Trotzdem wird mutmaßlich nicht weniger Musik konsumiert als früher.
Die Hoffnung der Verwertungsgesellschaften und Labels:
Fährt man den Online-Musikmarkt, insbesondere die kostenfreien Quellen, wieder herunter, wird wieder mehr gekauft.
Unfug.
Ich sage es immer wieder: das Internet ist keine Erweiterung des realen Lebens. Es verändert die Menschen, die Art wie sie denken, wie sie ihre Umwelt wahrnehmen und vor allem: was sie vom Leben erwarten. Niemand braucht heute noch eine CD. Das Medium ist unflexibel und viel zu kompliziert in Handhabung und Beschaffung. Wenn aber “Platten” überflüssig werden, braucht auch niemand mehr eine Industrie die man gemeinhin als Plattenindustrie bezeichnet.
Insgesamt wird dies die Popularität der durch die Gema vertetenen Künstler schaden. Leidet aber deren Popularität, wird noch weniger Musik verkauft. Je weniger Musik verkauft wird desto teurer wird aber deren Produktion, weil die Effekte der Massenproduktion allmählich schwinden. Es wird also Zeit radikal umzudenken. Das wäre nicht nur gut für die Labels, sondern auch für die von mir gelobte kulturelle Vielfalt.
wenn du die GEMA und ihre dummheit hasst, leg sie doch einfach mal ein paar Wochen/ monate lahm. das ist ziemlich einfach und wird dir eine menge spass bereiten. gemäß § 10 des Urh WG sind die GEMA-Mitarbeiter VERPFLICHTET dir auskunft zu erteilen, welcher Song und welcher Interpret von der GEMA vertreten wird und welcher nicht. stell deine anfrage in vorbereitung auf eine MÖGLICHE ÖFFENTLICHE party. du möchtest natürlich nur sicher gehen, dass alles korrekt ist. die anfrage stellst du, weil die GEMA recherche auf der website leider nur auszüge anbietet. du möchtest nämlich aufgrund der GEMA Auskunft entscheiden, welche songs du spielen wirst und welche nicht.
dann sendest du eine 20 seitenlange titel und interpretenliste, am besten auf karopapier ausgedruckt per post, an die bezirksdirektion, die für deinen wohnort zuständig ist oder für geizige: eine mail mit dem anhang als unveränderbares pdf. so müssen die damen und herren nämlich alle songs u.s.w. von hand in ihren rechner hauen. und bei tausenden von titeln kann das dauern…. diesen tipp gibst du noch allen deinen freunden und die ihren freunden und dann kümmert sich da bald keiner mehr um was anderes. als mögliche titellisten eignen sich die playlists von internetradios übrigens. aber wichtig!! es muss per post oder wenigstens als unveränderbare pdf versendet werden.
ahhhhh da kann man schon wieder durchdrehen bald verbieten sie uns noch zu atmen. ich kann das nicht glauben. ich denke ich schrieb die an und will eine liste mit sämtlichen unterstützen gema songs. ganz ehrlich was soll denn das?man kann uns nie den spaß lassen
[...] Gema fickt sich selbst – Musikvideos auf Youtube nicht mehr verfügbar [...]
die gema ist nicht teil dessen, was man unter musikindustrie versteht. im gegenteil.
die gema vertritt die seite der schaffenden, nicht
die der “ausbeuter” . youtube und
co sind hingegen teil einer kommerziellen industrie, sie verwerten fremde inhalte für sich, und jede “veröffentlichung” dort treibt weiteres geld in deren kassen.
wenn also jemand -egal wer- ein video mit
musik online stellt, dann muss er sich mit
dem urheber auseinandersetzen. das ist der künstler bzw. der autor. das hat mit der plattenfirma nichts zu tun, denn diese urheber-
rechte bleiben beim künstler bzw. autor.
der punkt ist, das inhalt mit qualität auch produktionszeit kostet. nun, was ist qualität?
genau, im prinzip kann sich jeder , der für ein
angemeldetes label publiziert, bei der gema anmelden und wird dann von der gema vertreten.
theoretisch kann also jeder , der ein video/song online stellt, damit auch geld verdienen.
ich hoffe es regt sich nun langsam was in den
grauen zellen.
warum die gema nicht positiv sehen und viel eher youtube hinterfragen.
mit jedem eurer klicks verdient eine domain wie youtube geld, mal abgesehen von den knebel-ähnlichen AGB s, die jeder auch bei myspace, facebook und co unterschreibt.
ohne die “user” wären die doch völlig ohne inhalt!
und ein jeder sollte doch am ende selber entscheiden können wieviel seine videos/ songs wert sind. und wenn andere menschen diese wollen, werden sie sich auch frei entscheiden können. ob auf youtube oder itunes oder sonstwo.
soviel zur freiheit auf beiden seiten ! ernsthaft den ruf eines musikers deswegen anzuzweifeln, weil er seine songs nicht verschleudern will, ist haltlos.
ohne die prs wären die in england noch bei 0,00
cent, ist doch klar. keiner würde freiwillig auch
nur einen cent zahlen. aber alle wollen den direkten
und “freien zugriff”. auf was? auf etwas , dass jemand anderes geschaffen hat. wenn die gema
da mehr fordert, heisst es nicht , dass sie masslos sind. es ist schlichtweg die erkenntnis, dass plattformen wie youtube unmengen an geld mit
fremden inhalten machen. und überwiegend unkontrolliert.
einfach die haltung eines medienriesen wie youtube zu akzeptieren, halte ich für unüberlegt.
Es ist echt schade, das man auf Youtube.de die Musikvideos nicht mehr anschauen kann, aber es gibt ja noch Alternativen. Auf tape.tv kann man bspw. tausende Musikvideos kostenlos anschauen. Auch auf MyVideo, Clipfish und einigen anderen Musikvideo-Portalen kann man nach wie vor Musikvideos anschauen und das z. T. auch in wesentlich beserer Qualität.
Was Youtube nicht geschafft hat, schaffen anscheinend andere Portale schon.
[...] die Film, noch die Musikindustrie haben derzeit ein Interesse an digitaler Content-Distribution. Schon gar nicht zu anständigen Preisen. RapidShare ist der [...]