“Das hab ich mit dreizehn programmiert. War aber Scheiße.” Bei einem meiner ehemaligen Arbeitgeber ist dies mitlerweile eine legendärer Spruch. Er kommt immer dann zur Anwendung, wenn irgendwer die Arschkarte gezogen hat und alten Code reparieren anpassen darf muss. In den meisten Fällen ist der Satz völlig zutreffend und meistens stammt er von mir.
Ich würde behaupten, dass solche oder ähnliche Situationen in den meisten Unternehmen entweder vorgekommen sind, noch vorkommen werden, oder sich die Unternehmen nicht mit Softwareentwicklung beschäftigen. Wobei ich natürlich nicht behaupte, dass das Problem mit der Vergangenheitsbewältigung nicht auch auf jedes andere Unternehmen anwendbar wäre.
Um die Vergangenheit zu bewältigen muss man sich zunächst einmal über das Problem bewusst werden. Es gibt ganz interessante Literatur zu dem Thema. Die Softwareentwicklung ist zwar grob gesagt noch nicht sonderlich alt geschrieben wurde trotzdem viel darüber. Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich empfehle zwei interessante Lektüren:
Beide sind recht alt. Würde es sich um Bücher handeln die von einer Programmiersprache oder aktuellen Webtrends handelten, wäre meine Empfehlung wohl eher sie im Altpapiercontainer zu entsorgen. Zum letzeren ist anzumerken, dass es dabei nicht wirklich um irgendwelche psychologischen Aspekte handelt. Aber dazu beizeiten mehr.
Ich würde gern Regeln der Form “Tue dies, wenn Du gute Software entwickeln willst”, oder “unterlasse jenes wenn Du gute Software entwickeln willst” aufstellen. Nachdem ich nun ein paar Jahre am lebenden Objekt geforscht habe kann ich dazu hauptsächlich eines sagen: Vergiss es. Es gibt eine Menge Dinge die man die be- oder missachten kann. Das Problem ist lediglich den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden.
Befassen wir uns mal mit dem Satz an sich. “Mit dreiezehn…”. Ich würde behaupten, dass ist schon eine ganze weile her. Was sagt uns das?
Früher war technisch nicht alles möglich was heute geht.
Es gibt eine ganze Menge von Dingen die ich früher nicht wusste.
Im zweiten Punkt liegt die eigentliche Wertung. Aber das beschreibt das Problem nicht tiefgreifend genug. Folgende Probleme schwingen nocht mit:
Wenn Du dich mit dem Satz “Meine Bescheidenheit und meine Genialität sind unbegrenzt” identifizieren kannst und das nicht selbstironisch meinst solltest Du Deine Einstellung kritisch überdenken. Softwareentwicklung ist Leidenschaft, Selbstaufgabe und Schlaflosigkeit. Einverstanden. Man darf sich auch durchaus genial dabei vorkommen. Aber nicht grenzenlos. Ein wartbares pflegeleichtest Projekt zu schaffen ist vor allem eines: Handwerk.
Als ich vor Jahren fiktiv.info erfand hielt ich das Schreiben an sich für eine Kunst. Nicht das Schreiben von Code. Ich rede von einfachen redaktionellen beiträgen. Damals unterhielt ich mich digital gelegentlich mit der brandeins Chefredaktion. Die sagte dazu: “Schreiben ist in allererster Linie Handwerk.”
Wie soll ich sagen: Mit der Softwareentwicklung verhält es sich ebenso.
ich las das hier und danach auf süddeutsche.de dies hier:
http://www.sueddeutsche.de/,ra12m1/computer/artikel/498/171991/
tänzer also…