Marcel hat an dieser Stelle schon einige Lehren zum Thema Filmindustrie und Filesharing publiziert. “The Dark Knight” war nicht nur ein großartiger Kassenschlager, sondern auch ein unnachahmlicher Filesharing erfolg.
Während der Film sich rasant über BitTorrent und die üblichen Verdächtigen Sharehoster ausbreitete, sind Zahlen zum Usenet weniger bekannt.
Wie Marcel bereits erwähnte liegt der Kassenerfolg aber mitnichten daran, dass die forcierten Anti-Piraterie-Aktivitäten gefruchtet hätten. Anonyme Quellen beziffern das bereits bei der Produktion einkalkulierte Budget für Anti-Filesharing-Maßnahmen allein für ”The Dark Knight” auf 20 Mio. $. Bei einem solchen Haufen Geld hätte das besser funktionieren sollen.
Das Usenet
Das Usenet ist lange vor dem Internet entstanden und diente eigentlich dem textbasierten Informationsaustausch, dies änderte sich allerdings mit zunehmend verfügbaren Bandbreiten, so dass heute der größte Teil der im Usenet verfügbaren Daten, Binärdateien sind. Üblicherweise erfolgte das Empfangen einer Datei mithilfe eines NewsReaders und dem Abonement einer speziellen Newsgroup. Das Verfahren ist in etwa mit einer Art aktivem RSS vergleichbar, dass dazu führen würde, dass jeder neue Artikel des abonierten Feeds automatisch heruntergeladen wird. Seit ende der 90er Jahre entstehen aber immer mehr Usenet-Suchmaschinen, die den Download on demand ermöglichen. Täglich wird eine Datenmenge von ca. 3-5 TB ins Usenet hochgeladen. Dies untergliedert sich in 3 Bereiche (sortiert nach Datenvolumen):
Das Gesamtvolumen des Usenets berträgt derzeit ca. 910 TB. Der Wert ist verhältnismäßig klein, da die Daten nach einer gewissen Zeit (je nach Usenetprovider) wieder gelöscht werden. Es kommen also Täglich neue Daten rein, gleichzeitig fallen diese “hinten wieder raus”.
Der übliche Filesharing Zyklus
Ähnlich wie im Falle von BitTorrent durchzog die Geschichte von “The Dark Knight” auch das Usenet. Erst tauchten ein paar lausige Cam-Rips auf, wenig später dann die DVD und BlueRay varianten, im Falle der DVD sogar deutlich vor der offiziellen Veröffentlichung der DVD. In diesem Zusammenhang ist besonders hervorzuheben, dass die Filmreleases in den allermeisten Fällen zuerst im Usenet auftauchen, dann als Torrents und zuletzt bei den Sharehostern. Allerdings findet die Verbreitung über die Netzwerke hinweg in der Regel binnen weniger Stunden oder Tage statt. Kommen sie einmal dort an, werden sie innerhalb der Plattform vervielfältigt. D.h. wenn im Usenet die Kopie eines Filmes auftaucht passiert etwas, dass im Internetzeitalter durchaus üblich ist: Alle schreiben voneinander ab.
“The Dark Knight” in Zahlen
Insgesamt ist “The Dark Knight” vom 08.08.2008 bis zum 08.02.2009 1526 Mal im Usenet in unterschiedlichen Dateigruppen aufgetaucht. Als Dateigruppen werden hier Soundtracks, Film und Bonusmaterial bezeichnet.
Das usenet crawling hat folgende Details ergeben: Es gibt insgesamt 330 Releases in unterschiedlichsten Formaten und Qualitätätsstufen. Dazu zählen: MKV, DVD, AVI (Xvid und DivX), Nintendo DS, PSP, Mpeg4, Mp3 und Flac. Das bedeutet jedes Release wurde etwas mehr als vier mal kopiert. Insgesamt macht das Volumen aller Uploads um “The Dark Knight” 1830 GB an Daten aus. Gemessen an der Anzahl der Uploads entfallen 2,3% auf den Trailer des Filmes.
Eine Stichprobe hat bestätigt, dass “The Dark Knight” in allen Dateigruppen 100 Mal häufiger hochgeladen wurde als “Body of Lies”, woraus sich auch auf das Downloadvolumen schließen lässt.
Die Täglich aus dem Usenet heruntergeladene Datenmenge lässt sich leider aktuell nicht beziffern. Gleichzeitig ist es ebenfalls nicht möglich genau zu sagen, wieoft “The Dark Knight” heruntergeladen wurde, da es ”das eine Usenet” nicht gibt. Es verteilt sich auf unterschiedliche große anbieter, die in Ihren Serverfarmen jeweils die Newsgroups spiegeln und den Zugriff darauf an Reseller vermieten. Bekannt ist nur folgendes:
Dennoch wird das Usenet von der Filmindustrie als vernachlässigbare Quelle für illegalen Content angesehen. Das liegt unter anderem auch an dem Umstand, dass das Usenetcrawling eine komplizierte Geschichte ist. Denn die Dateien sind aufgrund der Struktur in viele Einzelartikel gesplittet. Jeder Artikel hat eine größe zwischen 10KB und 1MB, was daran liegt, dass die zugrunde liegende Architektur eigentlich nur Textcontent vorsieht und dieser entsprechend klein ist. Um also überhaupt zweifelsfrei feststellen zu können ob es sich um eine urheberrechtlich geschützte Datei handelt müssen also alle Artikel, die zu einer Datei gehören heruntergeladen extrahiert und wieder zusammengesetzt werden. Für das Auffinden der 330 Releases in insgesamt 1526 Einzeldateien war in diesem Fall eine Analyse von 3.084.340 Usenet-Artikeln erforderlich.
Ich benutz jetzt seit 6 Jahren das Usenet… und würde mich gegen ein Verbot entschieden wehren.
Das Usenet ist der Ideale Weg um sich mit anderen “professionellen” Leuten auszutauschen, dass es mehr und mehr zu einem Tauschnetzwerk wurde ist schade, aber nicht die Schuld des Usenets oder deren Providern (auch wenn es klar zu Ihrem Vorteil ist)!
Ich kann echt nur empfehlen, das Usenet mal ANONYM und kostenlos zu testen, sowas ist auch möglich. Das einzige was man braucht ist eine E-Mail Adresse!
Ich rate natürlich davon ab, dort Dateien zu laden!!
Beteiligt euch an den Diskussionen und sucht euch andere Experten, die Ihr kennen lernen könnt und die einem in vielen Lebenslagen weiterhelfen.
Ich bin wirklich zufrieden und wenn einfach niemand mehr den Datenmüll laden würde, sondern sich wieder auf den guten alten Nachrichtenaustausch fixiert, würde das bestimmt auch wieder verschwinden, wie mit Jamba xD
Lg Markus
[...] auch ein letzten Jahr veröffentlichter Beitrag zum Filesharing-Erfolg von The Dark Knight in dem wir ausführlich beleuchtet haben, wie der Film strukturell im Usenet vorliegt. Tags: [...]