Bierwerbung mal anders – Willkommen im Web 0,2

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Bierwerbung mal anders – Willkommen im Web 0,2

Bierwerbung mal anders – Willkommen im Web 0,2

Das gefällt dem Kölner. Hier trinkt man Bier im Gegensatz zu anderen Regionen aus 0,2 Liter Gläsern, weil das Kölsch, so heißt es, so schön süffig ist. Nun scheint das Bier im im Social Web so langsam anzukommen. Neulich hatte ich auf meinem Facebook Gästebuch eine Flasche Mühlen Kölsch…

Man sollte zu den Kölnern und ihrem Bier vorher ein paar Worte sagen. Kölsch ist die einzige Sprache die man trinken kann. Kölsch ist gleichzeitig eine Regionalbezeichnung und darf in folge dessen auch nur in Köln gebraut werden. Das sorgt natürlich für eine recht spärliche Verbreitung. Allerdings hat man mit dem gemeinen Kölner ja auch eine hinreichend große Zielgruppe. Das Einzugsgebiet rund um Köln eingerechnet trinken also etwa 3 Mio Leute meistens das obergärige aus Köln. Es gibt noch ein paar andere “gallische Dörfer” im Bundesgebiet z.B. das Lokal “Der Kölsche Römer” an der Spree, aber ansonsten bleibt es bei der relativ klar umrissenen Zielgruppe.

Um sich von der internationalen Konkurrenz nicht den Markt abgraben zu lassen werden dabei lokalpatriotische Kampagnen geschnürt, denn die Kölner sind häufig sehr patriotische Wesen. Es mag sein, dass es sich bei dieser Aussage um ein Vorurteil handelt, aber viele Vorurteile haben eben einen wahren Hintergrund.

Wie dem auch sei. Die Marke “Sion” hat jetzt eine recht unterhaltsame Kampagne geschaffen, die auf deren Bierdeckeln beworben wird. Lokalpatriotisch ist diese nicht, aber schon die Bierdeckel haben mein interesse geweckt, denn die Aufmachung ist top.

“Arbeit finden im Web 0,2″ heißt es dort, oder “Der Gastro Finder im Web 0,2″. Eine nette Anspielung denke ich mir und schaue mir das Online an. Das erste was mir auffällt: Die Ladezeit ist tatsächlich Web 0,2. Die Seite ist Komplett in Flash realisiert, was ich auch eher im Bereich 0,2 ansiedeln würde. Trotzdem ist die Aufmachung recht ansehnlich und übersichtlich. Aber: Alles Web 0,2. An keiner Stelle sind irgendwelche Social Features integriert. Sion twitter nicht, Sion lässt keinerlei kommentare zu, kein MySpace Profil, kein gar nichts.

Die einzige Interaktivität auf der Seite findet sich unter “Sion Spaß”. Spaß sieht allerdings anders aus. Jedenfalls hätte ich mir nicht gerade ein Stadtquiz darunter vorgestellt. Wenigstens gibt es im Gastro Tipp ein paar Videos. Die erinnern allerdings eher an den Märchenonkel in der Tagesschau (ich nenne den Börsenkommentator so, weil der nun wirklich absolut nichts interessantes zu sagen hat). Die Videos kann ich jedenfalls auch nicht weiterempfehlen.

Also liebes Sion-Marketing-Team: Die Seite sieht schön aus, bringt aber Web 2.0 mäßig nicht so viel. Spaß kommt jedenfalls nicht auf. Verbreiten wird sie sich auch nicht, weil ich wenn ich jemanden auf eine Seite hinweisen wollte, die vielleicht toll wäre, aufgrund der Flash Realisierung noch nichteinmal dazu in der Lage wäre einen direkten Link zu schicken. Ich habe aber keine Lust eine Mail zu schreiben in der Steht: Geh mal auf www.sion.de klicke dort auf “blablabla” und dann auf “blablaba” und dann auf “xxx”, usw. Das ist nicht leider nicht wirklich durchdacht. 

Für eine lokale Kampagne aber trotzdem sehr chic realisiert. Vielleicht setzen wir uns mal Social-Media-Marketing-Technisch zusammen ;-)

Vielleicht lest Ihr ja mal meinen Artikel über digitale Selbstvermarktung.

Bis dahin weiterhin viel Erfolg.

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