In Zeiten des illegalen Filesharings interessiert es meist niemanden ob er zum Abspielen eines aus dem Internet heruntergeladenen Videos berechtigt ist oder nicht. Vielmehr interessiert diese Tatsache jedoch den Urheber oder aber das Unternehmen, das aus einem digitalen Inhalt Geld abschöpfen muss um weiter auf dem Markt zu überleben.
Was ist DRM?
DRM ist ein Rechteverwaltungssystem, dass die Verbreitung von digitalen Gütern verhindert/kontrolliert und die damit verbundenen Nutzungsrechte einschränkt. Der Urheber hat dabei die volle Kontrolle über ein audiovisuelles digitales Medium und kann beliebig entscheiden zu welchen Konditionen er temporäre Nutzungsrechte an den Nutzer überträgt. Das DRM-System befolgt diese Anweisungen und setzt die Einschränkungen technisch um. Die Technologie ist bei Windows DRM im Betriebssystem verankert und stellt somit z.B. sicher, dass eine Videodatei nur 24 Stunden lang nach dem ersten Abspielvorgang nutzbar ist. Die Technologie wird im Kern des Betriebssystems verankert um zu gewährleisten, dass Manipulationen durch Software Dritter erschwert werden - das Nutzungsrecht erlischt beispielsweise dann, wenn der Nutzer die Uhr zurückstellt. Die Daten gelangen wie beim verschlüsselten Pay-TV auf den Rechner des Nutzers und müssen dort, falls eine Lizenz mit Nutzungsrechten erworben wurde, entschlüsselt werden. Die Daten werden jedoch nicht entschlüsselt auf die Festplatte geschrieben sondern lediglich im Windows Media Player entschlüsselt dargestellt/abgespielt. Da die Daten nur in verschlüsselter Form auf der Festplatte zur Replikation vorliegen wird somit auch ein Kopieren der darin enthaltenen entschlüsselten Daten erschwert – somit wird die illegale Verbreitung von digitalen Inhalten vermieden, bzw. die verschlüsselten Daten können verbreitet werden, zum entschlüsseln/nutzen ist jedoch ein weiterer Lizenzerwerb notwendig, der an den Rechner gebunden ist und bei dem der Urheber erneut entlohnt wird.
Wer braucht DRM?
Würde man bei der Musik- und Filmindustrie Künstlern und Schauspielern dieselben Innovationswerte abverlangen wie einigen Verkäufern in dieser Industrie, also der Spitze der Innovationslosigkeits-Pyramide, würde das Wort „Raubkopierer“ nicht existieren – da die Spitze der illegalen Verbreitungspyramide hingegen nicht mehr daran interessiert wäre innovationslose Videos und Musik zu verbreiten. Zugegeben, so innovationslos sind Künstler und Schauspieler aber nicht, denn schließlich begeistern Sie die Massen, nachweisbar. Aus diesem Grund nahm der Marktführer in Sachen Desktop-Betriebssysteme das Ruder in die eigene Hand und entwickelte ein innovatives System, mit dem es möglich geworden war Raubkopien einzudämmen – Microsoft. Wir können nicht erwarten, dass ein großes Unternehmen wie Microsoft in allen Bereichen innovative Mitarbeiter beschäftigt, DRM jedoch ist in seiner technischen Konzeption gar nicht mal so schlecht.
Wer entwickelt noch DRM?
Viele andere Hersteller, die auch am Erfolg von YouTube, Myspace, Myvideo und wie sie alle noch heißen werden, teilhaben wollten, folgten diesem Prinzip und entwickelten ihr eigenes Rechteschutz-System – im Grunde genommen funktionieren alle System jedoch gleich.
Was macht DRM?
Der Kunde erhält eine verschlüsselte Video- oder Audiodatei, dies kann auch ein Live-Stream aus dem Netz sein. Durch einen Linzenzschlüssel wird der Inhalt temporär freigeschaltet, ob dies für 24 Stunden, einmal abspielen oder für ewig auf dem Rechner anschauen bedeutet ist dabei vollkommen egal.
Welches DRM ist schlecht?
Bevor man sich Gedanken darüber macht, welches DRM System eingesetzt werden soll, muss man sich zu allererst anschauen wie die Systeme strukturiert sind. Wohingegen DRM-Systeme von Adobe, früher auch als Macromedia bekannt, darauf setzen für viele abertausende Euro ein System mitzuverkaufen, was eigentlich der Apache Webserver viel besser kann, und das auch noch kostenlos, hat sich das System von Microsoft als innovativer herausgestellt. Innovater, weil Microsoft es erlaubt einen Apache Webserver zu nutzen um den geschützten Inhalt an den Kunden auszuliefern.
Obwohl wir im Vertrieb der Film- und Musikindustrie von Innovationslosigkeit sprechen, heisst dies nicht, dass wir die Regeln dieser Industrie nicht akzeptieren und respektieren sollten. Flash DRM dagegen ist zwar ganz nett, entspricht jedoch leider nicht den Sicherheitsvorstellungen der Filmindustrie, noch nicht. Zudem ist Flash zwar ein sehr nettes Spielzeug für YouTube und andere Plattformen, bei High Quality, High Definition und echtes Vollbild hörts dann jedoch leider auf.
Wie sollte man DRM Systeme einsetzen?
Windows DRM ist etwas älter, dafür robuster und wird ständig weiterentwickelt, aus diesem Grund gibt es auch sogenannte Security Levels. Die Filmindustrie befürwortet selbstverständlich nur die höchste aller Sicherheitsstufen. Wenn wir Windows DRM implementieren möchten, dann möchten wir somit auch alles rausholen was möglich ist. Mit Windows DRM ist es möglich eine geradezu perfekte Lösung zu implementieren.
Im Grunde genommen soll der Nutzer nicht merken, dass DRM überhaupt eingesetzt wird. Sehr oft pflastern jedoch Unternehmen, die sich „innovativ“ schimpfen, ihre Seite mit „Anweisungen zum Umgang mit DRM“ zu und versuchen zeitgleich über dieselbe Seite einen Film in miserabler Qualität für 4,99 EUR einen Tag lang zu verleihen. Diese Anweisungen und Lehrbücher sind notwendig geworden, weil sich gutbezahlte Programmierer und Techniker ihre Arbeit zu leicht gemacht haben. Es ist vollkommen verständlich, dass sich kein Kunde mit diesen Problemen auseinandersetzen möchte, um dann noch für den Film zu bezahlen.
Dabei ist es einfacher als man denkt.
1. Implementierungsfehler
Es gibt tatsächlich Seiten, auf denen man für den Inhalt bezahlen muss, einen Coupon-Code erhält, das Video runterladen muss und nach dem Start des Videos diesen Coupon-Code händisch eingeben soll um das Video abspielen (entschlüsseln) zu können.
Microsoft war so nett und hat die Bedürfnisse von „Super-Distribution“ in sein Konzept einfließen lassen, der Programmierer hat es jedoch falsch verstanden. Super-Distribution heisst: Ich verteile meinen Film an 1 Millionen Menschen weltweit, diese Menschen verteilen es an ihre Freunde und Bekannte weiter. Sobald einer dieser Nutzer den Film sehen möchte, erhält er eine vorgefertigte Seite auf der er die Lizenzrechte zum z.B. einmal abspielen erhalten kann. Dabei ermöglicht Microsoft den Urhebern jederzeit zu bestimmen, dass z.B. in den ersten drei Monaten das Fenster zu einer Zahlungsprozedur weiterleitet, danach der Urheber je nach Belieben jedoch auch entscheiden kann den Film „kostenlos“ zur Verfügung zu stellen.
Diese Prozedur ist nicht notwendig, wenn es um den DRM-Schutz geht, den 90% aller Anbieter benötigen. Dafür gibt es die Pre-Delivery Funktionalität, diese funktioniert mit jedem Internet Explorer, der ActiveX unterstützt oder mit jedem .NET Framework basierten Programm.
2. Implementierungsfehler
Ein großer deutscher Online-Filmverleiher leitet bei Problemen mit DRM auf Microsofts Seite, in der ein Kunde mit umgerechnet 12 Seiten Textmaterial bombardiert wird, in der unteren Hälfte befindet sich der entscheidene Link zum anklicken.
Microsoft hält eine Fülle an Informationsmaterial bereit, dieses ist jedoch größtenteils nicht für jeden Otto-Normalverbraucher gedacht, der anstatt zur Videothek zu fahren seine Filme einfach nur online schauen möchte.
Dieser Prozess lässt sich automatisieren. Man sollte ihn auch automatisieren, denn bei 6 von 10 Testrechnern, ausgestattet mit den neuesten Windows Updates war die DRM-Bibliothek beschädigt.
Der Programmierer sollte ein kleines Programm schreiben, was folgendes macht:
a) Über folgenden Registry-Key „HKEY_LOCAL_MACHINESoftwareMicrosoftDRMDataPath“ herausfinden, wo die Bibliothek auf dem Rechner des Nutzers gespeichert wird. Der Inhalt dieses Ordners muss vollständig gelöscht werden, es sollte im Hintergrund nach offenen Windows Media Player Prozessen gesucht werden, diese sollten geschlossen werden, da es ansonsten manchmal nicht möglich ist Inhalte dieses Ordners zu löschen.
b) Durch die Benutzung der SHDocVW Library in .NET kann im Hintergrund eine Seite geöffnet werden, die dem angepassten Quelltext folgender Seite entspricht:
http://drmlicense.one.microsoft.com/Indivsite/de/indivit.asp
Wenn man sich das Javascript genauer anschaut, stellt man fest, dass man diesen Prozess auf eigene Bedürfnisse anpassen kann. Im Erfolgsfall kann die Seite ein simples „ok“ oder „nok“ ausgeben, dies wiederrum lässt sich über die SHDocVW Library im Hintergrund auslesen.
Es ist zwar möglich diesen Prozess auch komplett über das .NET Framework zu bewältigen, es kann jedoch dabei nicht sichergestellt werden, dass das Video oder die Lizenzübertragung auch im Browserfenster funktioniert.
3. Implementierungsfehler
Viele Anbieter stellen die Lizenz zum 24-Stunden abspielen jedes Mal beim abspielen zu, andere nur einmal, beispielsweise nach der Zahlungsprozedur. So ist es bei einem großen deutschen Online-Filmverleiher möglich, durch Weitergabe der Zugangsdaten das Video DRM-entschlüsselt auf mehreren Rechnern abzuspielen – im Klartext: Person A mietet das Video für 24 Stunden, stellt die URL inkl. sicherheitsrelevanten Daten seinen 20 Freunden zur Verfügung, diese kommen nun auch in den Genuss des Verleihs, kostenlos. Der Anbieter überprüft in diesem Fall nicht ob die Lizenz an andere Rechner als den ersten Rechner vergeben wurde, er weiss lediglich, dass das Video 20 mal abgespielt wurde – was unter Umständen auch ein normales Nutzerverhalten bedeuten kann.
Die Lizenz nur einmal zu übertragen ist dahingegen auch ein großer Fehler. Wird die DRM-Bibliothek des Kunden beschädigt, aus welchem Grund dies auch immer geschieht, ist die Lizenz ab Windows Media Player 11 verloren, denn dort kann man die Lizenzen nicht mehr wie im Windows Media Player 10 sichern, bevor man diese, wie zuvor genannt, zurücksetzt.
Hier kann man sich die Funktionalität der Super-Distribution zu Nutzen machen: Hat der Kunde seine Bibliothek beschädigt, wird im Super-Distribution Stil nicht etwa zu einer Zahlungsprozedur weitergeleitet – wenn keine Lizenz vorhanden ist – sondern zu einer Login-Seite. Dort werden an den Kunden alle erworbenen Lizenzen seines Kundenkontos erneut auf den Rechner übertragen.
Diese Prozedur kann man auf beispielsweise 3 Vorgänge pro Monat beschränken, im Notfall muss der Kunde den Anbieter kontaktieren um weitere Lizenzübertragungen zuzulassen. Missbrauch kann somit zwar immer noch betrieben werden, er ist jedoch protokollierbar und anhand von Statistiken viel einfacher erkennbar.
4. Implementierungsfehler
Möchte man seinen eigenen „DRM-Server“ aufsetzen ist dies mit sehr viel Zeit und sehr hohen Kosten verbunden, wie man auf folgenden Seiten von Microsoft erfahren kann:
http://www.microsoft.com/windows/windowsmedia/licensing/Licensing_DRM_Content.aspx
Hingegen ist es für wenig Geld möglich Ressourcen von Anbietern wie EZDRM zu nutzen. Zugegeben, die Qualität der Dokumentation ist nicht gerade überwältigend und in den meisten Fällen einfach nur nicht verständlich – beschränkt man sich jedoch auf das primäre Ziel einfachen DRM-Schutz anzubieten reicht die Pre-Delivery Funktionalität dieses Anbieters vollkommen aus. Für gerade mal einen halben Eurocent liefert dieser Anbieter eine DRM-Lizenz nach programmierbaren Wunschvorstellungen über eine API aus.
Es tummeln sich viele dieser Anbieter im Netz, viele setzen jedoch auf eine „persönliche Beratung“, die sie sich auch mit mehreren tausend Euro bezahlen lassen.
Wer mit seinem DRM-Konzept erfolgreich ist, kann sich im zweiten Schritt die Mühe machen und sein eigenes DRM-System aufbauen.
5. Implementierungsfehler
Es ist kein positives Erlebnis für den Nutzer sich mit Fehlermeldungen rumzuquälen.
Viele Anbieter vergessen nämlich schlicht zu überprüfen:
a) Nutzt der Kunde Windows?
b) Nutzt der Kunde den Internet Explorer?
c) Erlaubt der Nutzer durch seine Einstellungen im Internet Explorer ActiveX?
d) Hat der Kunde die neueste Version des Windows Media Players?
Wird eine dieser Fragen mit NEIN beantwortet, sollte Abhilfe geschaffen werden – entweder durch das vorgenannte automatische Programm (außer bei Punkt a) oder durch einen Hinweis, um die Nerven und die Zeit des Kunden zu schonen.
6. Implementierungsfehler
Auch wenn einige Anbieter dazugelernt haben, so gestaltet sich der Prozess der Lizenzübertragung doch als etwas langwierig, so meckern viele Nutzer sie müssten immer so lange warten bis sie ein Video abspielen könnten.
Selbst in einer Browser-Umgebung sollte man hier in Betracht ziehen mit versteckten Frames oder IFRAMES zu arbeiten, die Lizenzen im Hintergrund übertragen. Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass sich durch diese Methode parallel mehrere Lizenzen übertragen lassen. In den meisten Lösungen kann die Lizenz bereits übertragen werden, während dem Kunden die Bestätigung seiner Bestellung angezeigt wird. Bis der Kunde die Folgeseite angeklickt hat, der Windows Media Player geladen hat und per JavaScript den Befehl bekommt das Video abzuspielen hat man schon mindestens 10 Lizenzen im Hintergrund ausgeliefert.
7. Implementierungsfehler
Download-To-Own – erneut eine Missinterpretation der Online DRM-Welt von Microsoft. Ein großes deutsches Telekommunikationsunternehmen bietet doch tatsächlich seinen Kunden Filme zum herunterladen an und überträgt daraufhin eine lebenslange DRM-Lizenz. Technisch ist dieses Vorgehen selbstverständlich realisierbar, DRM wird jedoch dann zum Schimpfwort wenn der Anbieter seinen Dienst einstellt und nach einer Neuinstallation des Rechners oder bei einer beschädigten DRM-Bibliothek die Lizenzen für erworbene Produkte nicht mehr erneut zustellen kann. Bei einem Upgrade der DRM-Versionen muss dahingegen die gesamte Datei erneut heruntergeladen werden.
Auch wenn hinter dem Dienst ein großes Telekommunikationsunternehmen steckt heisst das nicht, dass der Lizenzerwerb lebenslang gesichert ist. Produkte werden eingestampft, die Verantwortungen für Lizenzen werden in den AGBs auf den Nutzer übertragen.
Unternehmen wie In2Movies, mit viel Geld von Warner Bros. gesponsert, sind an einem solchen System gescheitert. Wie in dieser Mitteilung gelesen werden kann, bedeutete dies für Kunden von In2Movies auch das Ende von Lizenz-Recovery:
http://www.heise.de/newsticker/Filmportal-in2movies-stellt-seinen-Betrieb-ein-Update–/meldung/108595
Download-To-Own ist eine Wunschstrategie der Online-Filmverleiher, um so mit einem Titel, der ohnehin viel zu teuer zum Verleih angeboten wird, noch mehr Umsatz zu generieren.
Fazit: Download-To-Own funktioniert mit DRM nicht. Man hätte es zwar mit einer zentralen Lizenz-Sicherungsstelle lösen können, so wie es mit SSL-Zertifikaten der Fall ist, das Vertrauen der Nutzer hingegen hat man bereits verloren. Es empfiehlt sich nur realistische, zeitlich limitierte, Lizenzrechte zu vergeben und den Kunden darüber aufzuklären.
8. Implementierungsfehler
Streaming-Server – Ich habe bei vielen Gesprächen versucht als Techniker den Unterschied zwischen intelligentem progressive Downloading und Streaming zu verstehen und dabei mehrere Personen befragt. Beim Einsatz von DRM ist es sehr wichtig zu verstehen welche Variante die bessere Lösung darstellt. Es ist klar, Streaming soll etwas anderes als progressive Downloading sein, und doch hat man mir die Unterschiede wie folgt erklärt:
a) Streaming: Es soll möglich sein in die Mitte des Films reinzuklicken und ab da an den Film abzuspielen. Progressive Downloading: Durch Positionsmapping zwischen Byte-Offset + Video-Offset ist dies auch möglich.
b) Streaming: Der Server kommunziert ständig mit dem Client und erfährt ob die Bandbreite möglicherweise hochgesetzt oder runtergesetzt werden soll. Progressive-Downloading: Da auch ein Streaming-Server die Dateien bei hoher Auslastung in verschiedenen Versionen für unterschiedliche Bandbreiten vorhalten muss, kann beim Progressive-Downloading zu einer anderen Version während des Abspielens gewechselt werden. Durch Positionsmapping und Positionsabfrage im clientseitigen Player fährt das Video dort weiter fort wo es aufgehört hat abzuspielen.
c) Streaming: Die Daten können nicht abgefangen werden, sodass man sie speichern, entschlüsseln und den Schutz brechen könnte. Progressive-Downloading: Bei beiden Methoden lassen sich die Daten abspeichern, aus diesem Grund muss Wert auf den Verschlüsselungsalgorhythmus selbst gelegt werden und nicht auf die Art und Weise wie die Daten übertragen werden.
d) Streaming: Es besteht eine ständige Kommunikation mit dem Server. Progressive-Downloading: Je nach Umgebung kann eine ständige Kommunikation auch stattfinden, zwar nicht im Video-Stream, jedoch aber in der Applikation in der das Video abgespielt wird.
e) Streaming: Während des Streamings übertragt der Client relevante Daten an den Server um die Videobandbreite und Performance zu optimieren. Progressive-Downloading: Je nach Applikation lassen sich Daten des Players auch hier abfragen (z.B. tatsächliche Framerate) und in einem gesonderten Kanal an den Server übertragen. Je nach belieben kann zu einer Version umgeschaltet werden, die z.B. weniger performance-intensiv ist.
f) Streaming: Der Kunde muss keine Speicherkapazitäten vorhalten, die Daten werden nach dem Abspielen häppchenweise im Speicher verworfen. Progressive-Downloading: Die Daten können auch hier entweder häppchenwese verworfen werden, ein speichern auf der Festplatte ist somit nicht unbedingt notwendig.
g) Streaming: Es ist Unbefugten nicht möglich an den Stream zu gelangen, da dieser nur bei einer vorherigen Authorizierung gesendet wird. Progressive-Downloading: Wer sich ein wenig mit dem wrappen von Datei-Downloads vom Webserver beschäftigt hat, sollte wissen, dass dies beim Progressive Downloading auch möglich ist. Illegale Tauschbörsen wie RapidShare machen dies mit mehreren Gbit/s vor.
h) Streaming: Die verschlüsselten Videodaten werden nur an eine Person gesendet und können somit nicht repliziert werden. Progressive-Downloading: Die Daten können immer repliziert werden – alle empfangenen Daten können repliziert werden. Wenn die Entschlüsselung möglich ist können diese replizierten Daten daraufhin entschlüsselt weiter zur Verfügung gestellt werden. Man darf nicht vergessen, beim verschlüsselten digitalen Fernsehen strahlen Satelliten verschlüsselte Daten Milliardenfach aus und replizieren diese somit an Millionen Empfänger, auch die, die für den Empfang nicht authoriziert sind.
Fazit: Streaming hat sich als die „bessere“ Lösung etabliert – zumindenst das Wort. Aus diesem Grund sollte man stets von einer Streaming-Lösung sprechen, wohingegen dies auch simples aber intelligentes progressive Downloading bedeuten kann. Selbsternannte Techniker aus der Industrie werden eine Lösung jedoch meistens nur dann abnehmen wenn sie eine “Streaming-Lösung” ist.
Daten beim Kunden vorzuhalten ist mehr als notwendig, ein größerer Puffer beim Streaming ist dahingegen sehr unkomfortabel, wenn der Kunde nach jedem Klick auf Pause oder beim temporären Ausfall der Bandbreite erstmal das vorpuffern abwarten muss. Caching kann beim progressive Downloading im RAM oder auf der Festplatte stattfinden. Bei aktuellen Festplatten mit mehreren hundert Gigabyte Speichervolumen sollten ein paar Megabyte Puffer kein Problem darstellen.
Tatsächlich müsste man ein neues drittes Wort erfinden um „intelligentes progressive downloading“ zu definieren.
9. Implementierungsfehler
Unternehmen verkaufen ihren Kunden Videos und Musik, und sagen ihnen, dass diese auf „vielen Geräten“ oder sogar “allen Geräten” abspielbar sind.
Falsch, tatsächlich spielen die Inhalte nur auf Geräten ab die Windows DRM kompatibel sind. Zwar handelt es sich hierbei um mehr als 90% aller Desktop-Rechner auf der Welt, ausgestattet mit Windows, leider aber nur um weniger als 5% aller mobilen Geräte oder Player für den Fernseher oder für unterwegs.
Dem Kunden sollte man also nicht vorgaukeln, dass er auch eine Lizenz erhält um die Datei auf weiteren 5 mobilen Geräten abzuspielen, einige Anbieter tun dies jedoch, in der Annahme mehr Umsatz zu generieren – sorgen aber dafür, dass DRM zum Schimpfwort wird, oder wie einige Nutzer heutzutage schreiben „eine Infektion“ oder aber “die Funktion nicht zu funktionieren”. Schlicht die Definition, dass man mit einer DRM verschlüsselten Datei “alles” machen kann, solange die Lizenzrechte verfügbar, ist falsch. Die theoretische Möglichkeit besteht, wer DRM jedoch effektiv und erfolgreich einsetzen möchte, muss sich auf ein Kiosk-System konzentrieren, d.h. der Nutzer erwirbt ein Recht einen Titel für eine limitierte Zeit an einem bestimmten Ort auf einem bestimmten Gerät optional noch mit einer bestimmten Software zu nutzen.
Wenn man nun also ein DRM-Konzept realisieren möchte, muss man sich tatsächlich mit jedem Abspielgerät gesondert auseinandersetzen und dies gegenüber dem Kunden sehr transparent kommunzieren.
10. Implementierungsfehler
Falsche Super-Distribution Konzepte – Der Urheber hofft, dass der Kunde die Datei verbreiten wird und jede Kopie zum Lizenzerwerb und somit zum Umsatz führt.
Falsch, DRM bietet verschiedene Ansatzpunkte für viral-marketing, diese müssen jedoch mit dem gesellschaftlichen Verhalten kombiniert werden. BitTorrent.com ist bereits daran gescheitert, indem es gehofft hat, dass Kunden DRM geschützte Filme freiwillig weiterverbreiten werden und ihre Internet-Bandbreite hierfür zur Verfügung stellen. Schauen wir uns den typsichen BitTorrent-Nutzer an, wissen wir ganz genau, dass es letztlich allein darum geht einen Film herunterzuladen – die Zurverfügungstellung von Upload-Bandbreite dient nur dem eigenen Download, d.h. der Uploader zieht einen direkten Nutzen aus dieser Aktivität.
RapidShare hat dies hingegen etwas geschickter gemacht und verteilt über ein Punktesystem Gratis-Downloads für Uploader. Würde man bei DRM ähnliche gesellschaftstypische Merkmale kopieren, könnte man mit der Kontrolle über die Lizenzrechte den Uploader/Verbreiter belohnen, und dem Downloader Vergünstigungen einräumen, wenn die Lizenzrechte folglich aus einem Viral-Marketing-Konzept resultieren.
11. Implementierungsfehler
Die Preisgestaltung für DRM geschützte Werke ist teilweise sehr marktunüblich. Darüberhinaus wird seitens der Verkäufer zudem noch von einem „100%ig sicheren System“ gesprochen.
Die Einschränkungen von DRM müssen an den Preis angepasst werden. Eine ausgeliehene DVD oder BlueRay für 2,00 EUR / 24 Stunden, die mehrfach und in vielen Abspielgeräten funktioniert, wird immer einen DRM geschützten Film für 4,99 EUR, in schlechter TV-Qualität, nur auf wenigen Geräten abspielbar, überlegen sein.
Die illegale Kopie wird es immer geben, ob es eine gerippte DVD oder BlueRay oder ein DRM entschlüsseltes und illegal verbreitetes Video ist. DRM bietet nur einen prinzipiellen Schutz und sollte damit tatsächlich nur eingesetzt werden wenn der Kunde kein Interesse daran hat den Film zu entschlüsseln und dann entschlüsselt weiterzuverbreiten.
Vor einigen Jahren war es Technikern in Asien gelungen eine präparierte Windows-Version zu verbreiten mit der es möglich war jedes DRM geschützte Video ohne Lizenzerwerb abzuspielen. Es ist folglich auch in naher Zukunft möglich, die neuen DRM-Versionen ohne Lizenzerwerb auszutricksen.
Schlusswort
Microsoft hat bei DRM keine Guideline aufgesetzt. Die ersten Pioniere, die DRM eingesetzt haben, kamen aus der Film- und Musikwirtschaft. Wenn man die innovationslosen Online-Distributionsmöglichkeiten dieser Industrie aus den vergangenen Jahren beobachtet ist es nicht abwägig, dass der schlechte Ruf von DRM genau dort entstanden ist. Irritierend ist jedoch die Tatsache, dass sich diese Wirtschaft Lösungen großer Technologieunternehmen bedient, die dieselben Fehler wie ihre Marketing-Konzepteure bei der DRM-Implementierung machen – möglicherweise auch weil die Geschäftsanteile dieser Technologieunternehmen von Unternehmen aus der Film- und Musikwirtschaft gehalten werden. Eigenständiges technologisches denken und handeln bleibt in solchen Konstellationen natürlich aus.
Der Verzicht der Musikindustrie auf DRM ist eine Konsequenz, weil DRM in der aktuellen Implementierung für diese Industrie nicht funktioniert hat. Interessanterweise hat weder der mit DRM betriebene Vertrieb noch der ohne DRM betriebene Vertrieb von Musik dafür gesorgt die Anzahl illegaler Aktivitäten zu minimieren. Folglich war und ist DRM nicht der Grund dafür gewesen darauf zu verzichten, um erfolgreicher zu sein. Wer bei der Implementierung von DRM Fehler macht ist auch in der Lage in vielen anderen Bereichen an der Konzeption vorbei zu arbeiten, was letztlich den Misserfolg von Musikdistributionsmodellen verursachen kann.
DRM selbst ist eine Konsequenz, weil die Filmindustrie zu lange gebraucht hat um zu verstehen, dass das Internet mit digitalen Gütern ihrer Wirtschaft versorgt werden muss. Die schlechte Raubkopie wird es immer geben, ob es eine schlechte kopierte VHS Kassette gewesen ist oder eine miserable DVD-Kopie auf dem Trödelmarkt. Folglich ist DRM im Konzept kein teufliches Werk, die aktuellen Implementierungen jedoch leider auch kein Wunderwerk. DRM wird zur Zeit dafür genutzt eine schlechte und teure „legale Kopie“ zu schützen, wohingegen die neueste BlueRay High Definition Kopie in Tauschbörsen innerhalb weniger Minuten erhältlich ist.
Die Gesellschaft hat sich daran gewöhnt Filme als DivX/XviD herunterzuladen. Die Nachfrage nach digitalen Gütern ist größer den je, der Nutzer wird jedoch zuerst in illegalen Filesharing-Plattformen danach suchen, weil er das in den letzten 10 Jahren genauso getan hat. Die neue Generation ist folglich mit der Tatsache aufgewachsen nicht zu wissen, dass es vor 10 Jahren tatsächlich neben der illegalen Raubkopie auch legale Alternativen gab.
Suchmaschinen und Werbeplattformen werden nicht richtig genutzt, DRM wird falsch implementiert, falsch kommunziert – eine Suche nach “Indiana Jones”, Platz 1 der Suchbegriffe im Filesharing laut GfK (gefolgt von TomTom), liefert bei Google auf den ersten Seiten lediglich freie und bezahlte Treffer zu Trailern und DVD-Versandhäusern. Der Film bricht bereits seit einigen Monaten in „bezahlten“ Tauschbörsen Rekorde. Diese Tauschbörsen, die gegen bares Geld Filme ausliefern haben Online-Verleihhäuser längst überholt, veranschaulicht durch diese unmissverständliche Statistik. Leider haben diese Tauschbörsen auch große DVD-Versandhäuser längst überholt.
An DRM wird man nicht vorbeikommen, DRM ist notwendig geworden um das Vertrauen der Filmindustrie zu gewinnen – es liegt nun folglich in der Hand der Personen, die DRM-Lösungen implementieren, dafür zu sorgen, dass das Wort Raubkopierer endgültig aus dem Vokabular gestrichen wird, das Wort DRM nicht noch unbeliebter wird, und gute DRM-Implementierungen geschaffen werden.
Hätte man vor 10 Jahren angefangen parallel zum DVD-Handel eine DivX Kopie gegen Geld zum Download legal bereitzustellen, würde man DRM heute nicht mehr benötigen. Hätte die Musikindustrie vor zehn Jahren ein paar Euro mehr ausgegeben, um neben der Internetseite ihrer Stars einen Online-Shop mit MP3s bereitzustellen hätte es Napster vermutlich auch niemals gegeben.
Leider entspricht dies jedoch nicht der Realität. Wird DRM auch in absehbarer Zukunft nicht ordentlich implementiert, wird sich die Filmindustrie weigern ihre Filme online bereitzustellen, Misserfolge weiterer Unternehmen wie In2Movies werden folgen, die Aktivitäten in illegalen Tauschbörsen werden noch weiter steigen. Dass es dahingegen mit DRM eine Möglichkeit gibt aus dieser Misslage zu entkommen muss wahrgenommen, richtig eingesetzt und realistisch kommunziert werden.
[...] da schreibt Aldor Nini einen so hervorragenden und ausführlichen Artikel über die Grundlagen der lausigen DRM-Implementierung und schon bricht der Technologie die Kundeschaft [...]
[...] wie ein blöder fordern: Das muss alles billiger werden, das handling muss einfacher werden. Wie Aldor bereits ausführlich darlegte, ist das Thema DRM mitunter ein recht komplizierters. Besonders aus User-Sicht. Der Knackpunkt [...]
[...] Song kommt in recht passabler Qualität (128kbit) als DRM-freies Mp3 daher und ist im übrigen für Menschen die der Rockmusik nicht abgeneigt sind durchaus [...]
[...] Chart-topping hits mark open-MP3 test by Universal Music Group (UMG), 10. August 2007↑ buildblog.de: Grundlagen der DRM-Implementierung↑ Bericht der PC-Welt zur Vorabversion des Mediaplayer 11 von Microsoft ohne Backupfunktion↑ [...]
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[...] Links: 1: Microsoft WMP 12 privacy Statement 2: Grundlagen der DRM-Implementierung 3: Digital Rights Management (Silverlight) 4: Microsoft DRM-Infoseite 5: 30-Titel-Fehler beim [...]