Studivz vs. Facebook – Wie man effizient eine Softwarebude lahmlegt

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Studivz vs. Facebook – Wie man effizient eine Softwarebude lahmlegt

Das größte deutsche Social Network, auch bekannt unter dem Namen Studivz, hat ja, wie bereits erwähnt, einige Probleme (nachzulesen hier,hier, hier, hier und anderswo ) mit Facebook bekommen. Das das nicht ganz unbegründet ist, kann man ebenso andernorts nachlesen, wie dass der Schritt zum jetztigen Zeitpunkt mit Übernahmeplänen von Studivz durch Facebook zu tun habe. Unstreitig ist, dass Facebook eigentlich Featuretechnisch das bessere Portal ist. Durch die Offenlegung der Programmierschnittstellen kann man mit Facebook allerlei unfug treiben, den ich mir bei Studivz schon lange wünsche.

Dabei nimmt die programmtechnische Offenheit des Systems recht kuriose Züge an: So ist es beispielsweise möglich die Videos einer bekannten Amerikanischen Pornoseite in sein Facebook Profil einzubinden. Ich mag diese Netzdemokratie ;-)

Facebook ist zwar in Deutschland eher mäßig erfolgreich, aber es ist davon auszugehen, dass sich dies ändert. Denn auch wenn ein Nutzer nicht unbedingt von Studivz zu Facebook wechselt tritt es in meinem Bekanntenkreis immer häufiger auf, dass Leute zwei Profile pflegen. Die Bekanntheit Facebooks, mag zwar nicht den wünschen der Marketingfuzzies entsprechend steigen, aber sie steigt. Und der Netzwerkeffekt wird sich noch einstellen.

Nun verhält es sich so, dass Studivz komischerweise kurz nachdem Facebook mit seiner Offenheit angefangen hat den Beitritt zur OpenSocial initiative ankündigte. Das ist schön und wird vielleicht dazu führen, dass auch Studivz die gewünschte Offenheit erreicht. Gleichzeit wird die Umsetzung dessen allerdings auch dazu führen, dass die Anreize zu Facebook zu wechseln noch geringer werden. Wenn man sich ansieht was so alles mit OpenSocial geht wäre es z.B. denkbar dass ich mich mit einem Nutzer anfreunde der gar nicht bei Studivz ist, sondern eben bei Facebook. Werbeeinnahmentechnisch wird das natürlich keiner der Anbieter wollen, aber unmöglich ist es nicht. Die Ankündigung des Beitritts zu OpenSocial von Studivz stammt aus Mai diesen Jahres. Seinerzeit war bei Heise News nachzulesen, dass es wohl diesen Sommer so weit sein sollte. Der Zuständige Pressemensch bei Studivz, hat sich nicht dazu herabgelassen mir zu beantworten, wann es denn soweit ist, und was dann alles gehen wird. Ebenso hat man mir bei Studivz schon eine andere, interessantere Frage nicht beantwortet. Abgesehen davon, dass ich diese Informationspolitik für erbärmlich halte, legt das eine weitere Theorie nahe, warum Facebook ausgerechnet jetzt klagt.

Da die Ähnlichkeiten beider Portale unübersehbar sind und in der Vergangenheit unabsichtlich zugegeben wurden würde es mich nicht wundern, wenn Studivz bereits jetzt an der Umstrukturierung seiner Gestaltung arbeitet. Dass das nicht einfach wird hat Yigg! kürzlich eindrucksvoll mit einer elend langen Nichterreichbarkeit gezeigt. Gehen wir also mal davon aus, Studivz verwendet jetzt die Zeit darauf nicht an seiner OpenSocial Initiative weiterzuarbeiten sondern in sich zu gehen rechtliche Schritte gegen die Eigenen Mitarbeiter einzuleiten(die Gründer haben den Scheiß gebaut und nicht Holtzbrinck, also wäre eine Klage gegen die Gründer durchaus ein überlegenswerter Schritt und man darf wohl annehmen, dass sowas evtl. in den Kaufverträgen geregelt wurde), Gegenmaßnahmen zu ergreifen und das Design zu ändern (denn nur darum geht es. Die Idee des Social Networking wurde weder von Facebook erfunden noch ist diese als soche patentierbar). Wenn wir wirklich annehmen, dass dies der Fall ist, dann bedeutet dies ebenso, dass die Entwicklungsschmiede von Studivz jetzt andere Dinge zu tun hat, als OpenSocial voranzutreiben. In der zwischenzeit wird Facebook immer mehr deutsche Nutzer anziehen. Und zwar so lange, bis die Nutzerzahlen, PageImpressions, etc. von Studivz derart in den Keller sinken, dass tatsächlich nur noch ein Verkauf bleibt, oder man sich anderweitig, z.B. durch eine Kooperation wie die oben erwähnte, einigt.

So und jetzt werde ich mal schauen ob man aus der Offenheit von Facebook und den Sicherheitslücken von Studivz nicht eine kleine Facebook Applikation bauen kann, die es Facebook Usern ermöglicht Ihre Studivz Fotos ins Facebook-Profil einzubinden. Und dann Rufe ich erst Facebook, dann Studivz, und dann den Datenschutzbeauftragten von Uruguay an und höre mal was die dazu sagen.

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