Facebook hat, wer hätte da nicht drauf gewartet, studivz verklagt. Strenggenommen war es eigentlich nur eine Frage der Zeit und jetzt wo studivz dank der übernahme durch Holtzbrinck einen gewissen Marktwert für juristische Streitereien erlangt hat ist dies eine logischer Schritt. Facebook hat es in Deutschland nicht leicht, was dazu führt, dass Studivz einen potentiellen übernahmekandidaten darstellt. Mit einer netten kleinen Klage, übrigens nach angeblichen Übernahmeverhandlungen, kann man natürlich den Marktpreis senken, das Vertrauen der Werbetreibenden senken, die Nutzer verunsichern und, vielleicht der wichtigiste Punkt: Seinen eigenen Namen in den Medien lancieren. Ohne zweifel wird der Medienrummel und die durch die Klage ausgelösten den Namen facebook auch in deutschland publik machen.
Aber worum geht es: Aufmachung, Funktionen und Service von Studivz seinen kopiert. Das ist nichts neues. Eine Idee kann man nunmal nicht patentieren. Es gibt Hunderte von Services, die so aussehen und sich so anfühlen wie facebook oder studivz. Interessanterweise steht der Plagiatsvorwurf seit beginn von studivz im Raum. Es existieren Screenshots und Codeschnippsel die zumindest belegen, dass studivz dreister weise ein paar CSS-Angaben geklaut hat und, dass die zugrundeliegende Webapplikation offenbar Verzeichnisse enthalten hat, die “fakebook” hießen. Und? Genaus, dass dachten sich die Jungs und Mädels von Studivz auch und reichten eine Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart ein:
Dazu folgende Stellungnahme von Studivz:
Berlin, 20. Juli 2008. Nach verschiedenen Medienberichten hat Facebook Inc. am 18.Juli 2008 bei einem kalifornischen Gericht Klage gegen studiVZ eingereicht.
Offensichtlich hielt Facebook es für angebracht, einzelne Medien intensiv über den Inhalt der Klage zu informieren. Diese ist studiVZ bislang nicht zugestellt worden. studiVZ kann und wird den Inhalt der Klageschrift daher nicht kommentieren. Die in den Medienberichten erhobenen Vorwürfe sind haltlos.
Im Vorfeld durch amerikanische Anwälte von Facebook erhobene Vorwürfe hatten studiVZ veranlasst, bereits am vergangenen Freitag Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart einzureichen. Diese hat das Ziel, von den zuständigen deutschen Gerichten feststellen zu lassen, dass die von Facebook erhobenen Vorwürfe nicht zutreffend sind.
Marcus Riecke, CEO von studiVZ Ltd., bezieht zu dem Vorgang wie folgt Stellung: “Nachdem es Facebook trotz aufwändiger Bemühungen bisher nicht gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offenkundig, den Erfolg von studiVZ gerichtlich zu behindern.“
“Es gibt weltweit zahlreiche soziale Netzwerke. Facebook war nicht das erste und ist beileibe nicht das Einzige. Mit dem Versuch, studiVZ durch die Durchführung eines Prozesses ohne Erfolgsaussichten vor einem amerikanischen Gericht zu schädigen, erhebt Facebook im Prinzip den Anspruch auf ein weltweites Monopol bei sozialen Netzwerken. Dies ist vermessen und wird sich schnell entlarven. Wir sehen der Sache gelassen entgegen.”
Was soll man dazu sagen: Möge der bessere gewinnen.
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